EMG misst die elektrische Antwort des Muskels selbst.

Jede Muskelzuckung beginnt als elektrisches Signal im Muskel. Die Elektromyographie (EMG) misst dieses Signal an der Haut. Der Messwert hängt deshalb nicht davon ab, wie weit sich ein Daumen bewegen kann, und die Messung funktioniert auch dann, wenn die Arme angelagert und nicht sichtbar sind.

Stimpod-EMG-Ripple-Elektrode an einem Unterarm: Stimulationsfelder am Handgelenk, der Streifen verläuft zu einem Ableitfeld zwischen Daumen und Zeigefinger, Kabelmodul am Unterarm

Vom Impuls am Handgelenk zur Zahl auf dem Bildschirm.

Eine Train-of-Four-Stimulation (TOF) dauert zwei Sekunden. Das passiert in dieser Zeit, vom ersten Impuls bis zur TOF-Ratio, die Sie ablesen.

Der Reiz

Der Stimpod™ stimuliert den N. ulnaris am Handgelenk mit vier kurzen Stromimpulsen im Abstand von einer halben Sekunde.

Die Endplatte

Jeder Impuls erreicht die neuromuskuläre Endplatte, an der das Muskelrelaxans mit Acetylcholin um die Rezeptoren konkurriert.

Der Muskel antwortet

Die Fasern, die noch reagieren können, werden gemeinsam erregt. Ihr Summensignal ist das Muskelsummenaktionspotenzial (CMAP).

Der Messwert

Das Ableitfeld erfasst jede Welle, von der kleinsten Reizantwort, die der Stimpod™ zählt (400 µV), bis ± 30 mV. Die vierte Welle geteilt durch die erste ergibt die TOF-Ratio.

Sehen Sie zu, wie eine TOF‑Serie ausgewertet wird.

Stellen Sie die Blockadetiefe ein und lösen Sie eine TOF-Serie aus. Jeder Impuls erreicht die Elektroden zuerst als scharfes Stimulationsartefakt, und der Muskel antwortet einige Millisekunden später. Der Stimpod™ zeigt nur die Welle des Muskels, gemessen an ihrer Höhe und ihrer Fläche, und zeichnet sie über den grauen Referenzimpuls.

An den Elektroden

Vier Impulse im Abstand von 0,5 Sekunden
  • Spitze-Spitze-Amplitude (Peak-to-Peak)Die Höhe der Welle, vom höchsten bis zum tiefsten Punkt.
  • Fläche unter der KurveDie gesamte elektrische Aktivität der Welle, oberhalb und unterhalb der Grundlinie.
  • StimulationsartefaktDer Stimulationsimpuls selbst, erfasst einige Millisekunden, bevor der Muskel antwortet.

Auf dem Bildschirm des Stimpod™

  • Die graue Welle ist der Referenzimpuls. Sie zeigt die Höhe der Reizantwort vor der Blockade, sodass Sie sehen, wie weit T1 abgefallen ist.
  • Die Zahl in der Ecke ist die Spitze-Spitze-Amplitude der letzten Welle, in Millivolt. Sie wird mit jeder Reizantwort aktualisiert und zeigt nach einer TOF-Serie die Höhe von T4.
  • T1 bis T4 erscheinen in eigenen Farben auf derselben Skala, sodass der Fade, die Abschwächung von der ersten zur vierten Welle, der TOF-Ratio entspricht.
  • Das Stimulationsartefakt erscheint nicht auf dem Bildschirm. Sie sehen nur die Welle des Muskels, also den Teil, der gemessen wird.

Eine modellierte Darstellung, eigens für diese Seite erstellt. Die Wellen sind keine Aufzeichnungen, und dies ist nicht der Algorithmus des Stimpod™.

Der Stimpod™ wertet Höhe und Fläche jeder Welle aus.

Die Spitze-Spitze-Amplitude misst, wie hoch eine Welle ist, vom höchsten bis zum tiefsten Punkt. Die Fläche unter der Kurve misst, wie viel elektrische Aktivität die gesamte Welle enthält. Die meisten EMG-Monitore wählen eines der beiden Merkmale. Der Stimpod™ verwendet beide, um jedes Ergebnis zu bestimmen.

Bei einem sauberen Signal kommen beide zum selben Ergebnis: Eine Analyse von 5.559 gepaarten TOF-Ratios aus dem Jahr 2024 fand sie klinisch austauschbar. Auseinander gehen sie, wenn das Signal nicht sauber ist. Ein Stimulationsartefakt ist eine hohe, schmale Spitze. Es vergrößert deshalb die Höhe und verändert die Fläche kaum. Eine driftende Grundlinie verschiebt die gesamte Kurve. Sie vergrößert deshalb die Fläche und lässt die Höhe unverändert.

Epstein et al · BJA Open 2024;11:100293
MerkmalSpitze-Spitze-AmplitudeFläche unter der Kurve
Was es misstDie Höhe der Welle, von oben bis untenDie gesamte elektrische Aktivität der Welle
Unempfindlich gegenübereiner driftenden Grundlinieeiner kurzen, schmalen Spitze
Anfällig fürein Stimulationsartefakteine driftende Grundlinie

Jedes Merkmal ist dort blind, wo das andere sieht. Ein Ergebnis, das aus beiden gewonnen wird, lässt sich deshalb auf zwei Wegen prüfen.

Für Eingriffe, bei denen Sie die Hand nicht sehen können.

Angelagerte Arme, Robotik und Laparoskopie

EMG misst elektrische Aktivität, nicht Bewegung. Der Daumen kann eingewickelt, seitlich fixiert oder unter den Abdecktüchern verborgen sein, und die Messung läuft weiter.

Kein freier Daumen nötig, keine Vorspannung

Nichts muss frei schwingen oder in einer bestimmten Position gehalten werden. Sie brauchen also keinen Handadapter anzulegen, und es gibt nichts, worauf die Abdecktücher drücken könnten.

Eine stabilere Grundlinie

Wiederholte Reize verändern die Größe des CMAP kaum. EMG ist deshalb weit weniger anfällig für die allmähliche Drift, die bewegungsbasierte Messungen bei langen Eingriffen beeinträchtigt.

Koo · Anesth Pain Med 2025;20(3):222-229

Die kleinsten Patienten

Mit der kleinen Elektrode deckt derselbe Monitor auch Kinder ab einem Alter von 28 Tagen ab, an der linken wie an der rechten Hand.

Geprüft am Goldstandard.

Ein Mechanomyograph misst die tatsächliche Kraft des Daumens und ist die Referenz, an der jeder Monitor zur Messung der neuromuskulären Transmission (NMT) beurteilt wird. Ein Team der University of Washington hat das Stimpod™ EMG zweimal damit verglichen: 2023 unter neuromuskulärer Blockade während Operationen und 2024 ohne Muskelrelaxans.

In beiden Studien lieferte das Stimpod™ EMG ähnliche Messwerte wie der Mechanomyograph. Unter Blockade folgten seine TOF-Ratios der Referenz mit einer Korrelation von 0,94 und einem Bias (systematische Abweichung) von 0,028. Ohne Muskelrelaxans blieben seine Messwerte so stabil wie die der Referenz, mit einer Streuung von 0,021 gegenüber 0,022. Das Autorenteam bezeichnete die Messergebnisse des Geräts 2023 als vergleichbar mit denen des Mechanomyographen und 2024 als ähnlich.

Zwei Elektroden, passend für jede Patientengröße.

Die Ripple-Elektrode an Unterarm und Hand eines Erwachsenen

Die Ripple-Elektrode

Ein patentierter, hautähnlicher Streifen, der an die linke wie an die rechte Hand und an jede Handgröße passt. Durch die Wellenstruktur (Ripples) bewegt er sich mit der Haut und bleibt auch bei langen Eingriffen und Patientenbewegungen an Ort und Stelle.

  1. 1Kabelmodul: verbindet den Streifen mit dem wiederverwendbaren NMT Monitoring Cable EMG, 1,8 m oder 3,5 m.
  2. 2Stimulationsfelder, über dem N. ulnaris am Handgelenk.
  3. 3Ableitfeld, über den Muskeln zwischen Daumen und Zeigefinger.
  4. 4Referenzfeld, auf dem Daumen.

Hautvorbereitung, Schritte zur Platzierung und Warnhinweise finden Sie in der Gebrauchsanweisung.

Die kleine EMG-Elektrode mit aufgedruckten Comic-Tieren an Unterarm und Hand eines Kindes
Die kleine EMG-Elektrode flach ausgelegt, mit dem Anschluss links

Die kleine Elektrode

Dasselbe EMG-Monitoring in der Größe für Kinder ab einem Alter von 28 Tagen. Die Elektrode kann an der linken oder rechten Hand angelegt werden und darf laut Gebrauchsanweisung bis zu einem ganzen Tag angelegt bleiben.

Artikelnummer
XT-45009S
Patienten
Kinder ab einem Alter von 28 Tagen
Hand
Links oder rechts
Haftung
Bis zu 24 Stunden Tragedauer laut Gebrauchsanweisung
Packung
Karton mit 20 Stück
Haltbarkeit
24 Monate
Kompatibel mit
Stimpod™ NMS450X+ und NMS450X, über das NMT Monitoring Cable EMG
Bildschirm des Stimpod NMS450X+ im EMG-Modus: vier überlagerte Antwortkurven neben einer TOF-Ratio von 50 Prozent mit der Bezeichnung „minimal“

Sehen Sie das Signal hinter der Zahl.

Im EMG-Modus zeichnet der Stimpod™ jede Reizantwort, sobald sie eintrifft, neben der TOF-Ratio. Wirkt eine Kurve unplausibel, erkennen Sie das, bevor Sie sich auf den Wert verlassen.

NMS450X+ entdecken →

Erleben Sie EMG am Stimpod™ in Ihrem eigenen OP-Saal.

Nennen Sie uns Ihre Eingriffe, und wir bringen die passenden Elektroden mit. Sie erhalten innerhalb eines Werktags eine persönliche Antwort.